„It‘s not a trick, it‘s magic.“ So steht es über dem Foto von Gründer Mirko Wunderlich mit dem ersten Produkt seiner Firma ACI Laser GmbH im Flur des Firmensitzes im thüringischen Nohra. Mit Zauberei hat der Erfolg allerdings wenig zu tun – eher mit physikalischem Verständnis, unternehmerischem Mut und einem Geschäftsführer, der Schnelligkeit und Präzision vereint. ACI Laser entwickelt und produziert industrielle Lasersysteme, mit denen Materialien graviert, markiert oder präzise bearbeitet werden.

Jedes Kind kennt das Phänomen der verlorenen Brille im Wald: Sonnenlicht wird so stark gebündelt, dass trockenes Laub Feuer fangen kann. Ein einfaches physikalisches Prinzip – der Brennglaseffekt. Er zeigt, wie viel Energie im Licht steckt, wenn man es fokussiert. Bei ACI Laser wird dieses Prinzip zur Hochtechnologie. Trifft der Laser auf eine Oberfläche, entsteht ein Schriftzug – allein durch die Energie des Lichts. Was tatsächlich ein wenig aussieht wie Magie, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit.

1999 gründete Mirko Wunderlich die ACI Laser GmbH – zunächst als Ein-Mann-Betrieb. Heute, 27 Jahre später, beschäftigt das nach wie vor inhabergeführte Unternehmen rund 55 Mitarbeitende, von der Buchhaltung bis zur Fertigung, von der Entwicklung bis zum Vertrieb. Neben dem Hauptsitz in Nohra unterhält ACI Standorte in Chemnitz, Lüdenscheid und Hausen in Bayern, arbeitet international mit Vertriebspartnern zusammen und betreibt eine Niederlassung in Mexiko – produziert wird ausschließlich in Deutschland.

Gekennzeichnet werden müssen Produkte aus den unterschiedlichsten Gründen. Manchmal geht es dabei um Produktveredelung, etwa, wenn ein Logo oder ein Qualitätssiegel sichtbar werden soll. Eine andere wichtige Funktion ist die Rückverfolgbarkeit: Wer hat das Produkt hergestellt? Wann wurde es produziert? Welche Charge liegt vor? Diese und weitere Fragen beantworten Seriennummern oder Barcodes, die mittels Laser – im Gegensatz zu klassischen Methoden per Druck oder Etikett – untrennbar und dauerhaft mit dem Material verbunden werden.

Aus guten Gründen gründen

Erste Berührungspunkte mit dem Thema Laser hatte Mirko Wunderlich bereits während seines Studiums in Chemnitz und Berlin. Ende der 1990er Jahre wurden dann neue technologische Komponenten verfügbar, mit denen sich Systeme deutlich effizienter bauen ließen, als er es von den riesigen Geräten in seinem Umfeld kannte. „Ich hatte Ideen – und Menschen um mich herum, die sagten: Das ist spannend, das machen wir gemeinsam“, erinnert sich Wunderlich.

Die Geschäftsidee war geboren.

Eine große Triebfeder war für Wunderlich der Wunsch nach Unternehmertum. „Ich wollte etwas Eigenes aufbauen, unabhängig sein, Verantwortung übernehmen. Ich war damals 28 Jahre alt, ohne familiäre Verpflichtungen“, blickt er zurück. „Das Risiko war kalkulierbar.“ Das war gut so, denn auf seine Idee folgten harte Jahre: Hohe Investitionen, kaum Umsatz, viel Entwicklungsarbeit. 60-Stunden-Wochen. Schlaflose Nächte. Gut, dass Wunderlich ein optimistischer Mensch ist: „Man schüttelt sich am nächsten Morgen – und macht weiter.“

Vom Ring bis zur Rakete

Gut so! Denn dem Durchhaltevermögen des Unternehmers ist es zu verdanken, dass heute weltweit rund 5.000 Laser „Made in Thüringen“ für die perfekte Kennzeichnung sorgen. Die Kunden von ACI Laser kommen aus den Bereichen Automobilindustrie, der Luftfahrt, dem Maschinenbau, der Medizintechnik, dem Werkzeugbau, der Werbemittelbranche bis hin zum Schmuckbereich.

Dadurch bedingt sich eine gewisse Produktdiversität und auch Modularität, denn die Alltags-Anforderungen unterscheiden sich beim Einsatz eines Lasers je nach Branche erheblich. „Ein Automotive-Kunde mit hohen Stückzahlen benötigt meist eine automatisierte Lösung, hier geht es um die Integration in automatisierte Fertigungslinien“, so Wunderlich. Ein Werkzeughersteller mit Losgröße 1 oder kleinen Serien hingegen arbeitet häufig manuell oder halbautomatisch. Hier bieten sich kompakte Workstations oder Handarbeitsplätze an. „Wir liefern dem Kunden also nicht nur ein Gerät, sondern eine vollständige, an seine Anforderungen angepasste Lösung.“ Das Produktportfolio umfasst heute unterschiedliche Lasersysteme, die sich vor allem in Wellenlänge und Leistung unterscheiden. Es gibt Allround-Systeme, die einen großen Anwendungsbereich abdecken; und es gibt spezialisierte Laser. Sie alle haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind langlebig. Und sehen dazu noch verdammt gut aus.

Geschwindigkeit als Alleinstellungsmerkmal

Pate für das Design seiner Laser standen damals die schnellsten Züge Deutschlands: die ICEs. Das stromlinienförmige Design unterstreicht, was den Laser so besonders macht – seine Geschwindigkeit. Was für die Produkte gilt, zählt auch fürs Unternehmen. Das hohe Tempo wird für ACI zum USP. „Natürlich gibt es Wettbewerb“, sagt Mirko Wunderlich. „Und die deutschen Mitbewerber machen ebenfalls gute Produkte. Aber aufgrund der Unternehmensgröße und der Entscheidungsstrukturen sind wir oft einfach schneller.“

Industrie 4.0

Während früher die reine Laserfunktion im Vordergrund stand, sind heute Aspekte wie Bedienbarkeit, Geschwindigkeit und Integrationsfähigkeit entscheidend. „Die nachwachsende Generation ist mit Smartphones und intuitiven Interfaces aufgewachsen“, sagt Mirko Wunderlich. „Die haben zu Recht hohe Erwartungen an die Benutzerfreundlichkeit unserer Produkte.“

Die Softwarelösungen sind daher für ACI fast ebenso wichtig wie die Laser selbst – und ein wesentliches Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb. Über eine Windows-Oberfläche lassen sich Texte, Codes, Logos oder variable Inhalte definieren und anschließend direkt auf das Produkt übertragen.

„Unser Ziel ist es ja, dass unsere Kunden gut und autark mit unseren Lasern arbeiten können“, erklärt Mirko Wunderlich. Der Wettbewerbsdruck aus Asien führt dazu, dass ACI weniger Standardsysteme für Massenprodukte baut, sondern verstärkt komplexe Projekte umsetzt. Das Know-how aus Nohra reicht von Bildverarbeitung und automatischer Positionierung bis zur Anbindung an Datenbanken und Produktionslinien. Industrie 4.0!

In der Region verwurzelt

ACI Laser zählt zu den Weltmarkt- und Technologieführern aus Thüringen und trägt die Auszeichnung „Hidden Champion“. Für Mirko Wunderlich ist das weniger ein Etikett als eine Verantwortung. „Wir sind kein Konzern, sondern ein mittelständisches Unternehmen mit klarer Haltung.“ Dazu gehört für ihn zum einen die feste Verwurzelung in der Region. „Unsere Mitarbeitenden kommen aus Erfurt, Weimar und dem Umland, und ohne sie gäbe es unser Unternehmen nicht. Natürlich sind wir allein schon durch sie fest mit unserer Region verbunden.“ Zum anderen ist Mirko Wunderlich wichtig, dass sein Unternehmen bankenunabhängig aufgestellt ist – ein Stabilitätsfaktor in wirtschaftlich bewegten Zeiten. Stabilität und Sicherheit: Für ihn der unternehmerische Gegenpol zur Agilität und Schnelligkeit seines Unternehmens – und seiner Produkte. Und ein bisschen auch seines Charakters.

Auf gute Zusammenarbeit!

Auch aus diesem Grund arbeitet das Unternehmen von der ersten Stunde an mit der Sparkasse Mittelthüringen zusammen – und schätzt dort vor allem, was im unternehmerischen Alltag wirklich zählt: internationale Zahlungsabsicherung, Fremdwährungsgeschäfte, schnelle Entscheidungen und feste Ansprechpartner. „Entscheidend ist für mich nicht, ob eine Kontoführungsgebühr einen Euro mehr oder weniger kostet“, sagt Wunderlich. „Als Unternehmen brauche ich keine anonyme Hotline. Ich brauche direkte Ansprechpartner, die Verantwortung übernehmen.“

Die hat er in Finanzberaterin Kathleen Koch von der Sparkasse Mittelthüringen gefunden. „Wir begleiten ACI Laser seit vielen Jahren und schätzen die Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit sehr“, sagt Koch. Dass das Unternehmen vor einigen Jahren auch seine Versicherungen sowie die betriebliche Altersvorsorge zur SV SparkassenVersicherung verlagert hat, war dann ein logischer Schritt – aus Überzeugung und mit Blick auf langfristige Sicherheit für das Unternehmen und seine Mitarbeitenden. „Unternehmerischer Erfolg braucht Stabilität und Vertrauen – genau dafür stehen wir als regionaler Versicherungspartner“, betont auch René Holzberger, Versicherungs-Spezialist Firmen- und Gewerbekunden bei der Sparkasse Mittelthüringen. „Darum freuen wir uns sehr auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.“

Und wie sieht die Zukunft aus?

Für Wunderlich steht nicht Expansion um jeden Preis im Vordergrund, sondern der Erhalt des soliden Fundaments, das in den vergangenen Jahrzehnten entstanden ist. ACI bleibt eigenfinanziert und inhabergeführt. Wachstum ja – aber nachhaltig und aus eigener Kraft. Der Frage der Nachfolge begegnet er mit Gelassenheit: Seine Tochter studiert Jura, sein Sohn Luft- und Raumfahrttechnik – beide mit Unternehmergeist aufgewachsen. Ob sie eines Tages Verantwortung übernehmen, sollen sie selbst entscheiden. Wichtig sei vor allem, dass sie ihren eigenen Weg finden. Zugleich betont Wunderlich, dass dieses Lebenswerk ohne die Unterstützung und den Rückhalt seiner Frau und seiner Familie in dieser Form nicht möglich gewesen wäre – sie seien über all die Jahre hinweg ein verlässliches Fundament im Hintergrund gewesen.

Ein Haus am See

Seinen Ausgleich findet Mirko Wunderlich mit seiner Familie fernab von Produktionshallen und Projektplänen – an einem See in Mecklenburg-Vorpommern. Ein schlichtes Haus, ein Boot, ein Ort mit nur wenigen Einwohnern. Natur, Ruhe, Weite. Dort verbringt er im Sommer viele Wochenenden, lässt – wenn möglich – das Handy ausgeschaltet und gewinnt Abstand vom Tagesgeschäft. Ihm war wichtig, dass auch seine Kinder diese Bodenständigkeit erleben: nicht nur Geschäftsreisen und Hotels, sondern Gummistiefel am See und das Gefühl, wie reich die eigene Heimat an stillen Orten ist.

Ganz loslassen kann er dennoch nie. „Nicht gemachter Umsatz ist verlorener Umsatz“ – dieser Leitsatz begleitet ihn seit vielen Jahren. Dahinter steckt kein Aktionismus, sondern Disziplin und Verantwortungsbewusstsein. Unternehmertum heißt für ihn, Entscheidungen zu treffen, Stabilität zu sichern und für Mitarbeitende einzustehen. Und genau dieser Anspruch treibt ihn bis heute an – mit klarem Blick und gebündelter Energie.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der Zeitschrift SV aktuell der SV SparkassenVersicherung.

Quelle: SV aktuell – Text: Svenja Dierker / Printich – Fotos: Karina Heßland-Wissel