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Starke Konjunktursignale

Marktkommentar von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.

Auch in der Vorosterwoche hielt der Dax sein hohes Niveau, auf das er sich erholt hatte, nachdem die Bankenkrise erst mal wieder abgesagt worden war. Den Hintergrund bildeten gute Konjunkturdaten aus Deutschland. Die Exportzahlen weisen wieder nach oben, so dass vom Außenhandel ein kräftiger Impuls für das Wachstum im ersten Quartal ausgehen wird. Zuvor hatten bereits die gesunkenen Energiepreise für Entlastung gesorgt. Auch die Produktion zieht wieder an, so dass die Winterrezession in Deutschland nicht mehr stattfinden wird. Dies sorgte an den Aktienmärkten vorübergehend sogar für einen neuen Jahreshöchststand beim Dax. Allerdings bleibt die Wirtschaftslage nicht ungetrübt. Der Bankenstress hält weiter an, da die Zinsen weiter steigen werden. Dies hat dazu geführt, dass die Kreditnachfrage deutlich rückläufig ist, sowohl in den europäischen Volkswirtschaften als auch in den USA.

Wer die Rolle von Veränderungen der Kreditaggregate für die Konjunktur kennt, muss dies als Warnsignal dafür auffassen, dass die wirtschaftliche Dynamik bis ins kommende Jahr hinein nicht sehr kräftig ausfallen kann. Dies zeigt sich beispielsweise auch in den aktuellen Stimmungsumfragen für die US-Konjunktur, die klar nach unten zeigen. Steigende Zinsen verlangsamen die Konjunktur. Das ist auch erwünscht, schließlich ist die immer noch rekordhohe Inflation einzudämmen. Die Europäische Zentralbank deutete überdies auf die Konsequenzen der verschlechterten Kreditbedingungen für die Immobiliensektoren. Gute Bürogebäude in zentraler Lage sind zwar nachgefragt wie nie und das auch zu hohen Mieten. Veraltete Immobilien bekommen jedoch mehr und mehr Preisdruck zu spüren. Insgesamt halten sich also positive und negative Wirtschaftsnachrichten die Waage. Für die Aktienmärkte ist dies keine so schlechte Umgebung.

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Christian Wiegand

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