Sparkassenstiftung Weimar verlieh Bürgerpreis „für mich. für uns. für alle.“ 2012

Bereits zum 14. Mal ehrte die Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern. Gesucht wurden Personen, Gruppen, Vereine oder Initiativen, die sich in besonderer Weise bürgerschaftlich engagieren.

Für den Bürgerpreis gingen 28 Vorschläge ein, aus denen eine Jury – bestehend aus Bundestagsabgeordneten, regionalen Medienvertretern und Gremienmitgliedern der Sparkassenstiftung – fünf Preisträger ermittelte, die mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 4.700 Euro ausgezeichnet wurden.

Am 14. Dezember 2012 wurden die Preisträger im Rahmen einer Feierstunde im Forum Seebach bekannt gegeben und mit dem Bürgerpreis geehrt.

In seiner Begrüßungsrede würdigte Sparkassendirektor Dieter Bauhaus die unermüdlichen ehrenamtlichen Aktivitäten vieler Bürgerinnen und Bürger in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen.

Um die Entwicklung des Ehrenamtes zu fördern und das ehrenamtliche Engagement zu würdigen, vergibt die Sparkassenstiftung seit dem Jahr 1999 den Bürgerpreis. Mit den Preisträgern 2012 konnten bislang 107 Einzelpersonen bzw. Gruppen ausgezeichnet werden.
Der Bürgerpreis 2012 „für mich. für uns. für alle.“ wurde in der Kategorie „Alltagshelden“ an drei Preisträger verliehen.

Preisträger des Bürgerpreis 2012 „für mich. für uns. für alle.“

Einen Bürgerpreis erhielt Birgit Dietz für ihr Engagement im Weißen Ring Weimar. Im März 1999 konnte sie für diese ehrenamtliche Arbeit gewonnen werden. Das Ziel, Opfern von Kriminalität und Gewalt Hilfe anzubieten, fand bei ihr Zustimmung. Sie besuchte zahlreiche Seminare und wurde ehrenamtliche Mitarbeiterin der Außenstelle Weimar. Im Jahr 2005 übernahm sie schließlich die Leitung der Außenstelle und somit die Verantwortung für die Arbeit des Weißen Ringes in Weimar und im Weimarer Land. Für die anspruchsvolle Arbeit ist Birgit Dietz Koordinatorin und sachkundige Beraterin für ihre ehrenamtlichen 9 Mitarbeiter. Darüber hinaus ist sie in der Öffentlichkeitsarbeit und Prävention engagiert. Sie besucht Schulklassen, Senioreneinrichtungen und andere Institutionen, sie hält Vorträge zur Arbeit des Weißen Ringes oder informiert über die Hilfsmöglichkeiten des Vereins.

Ausgezeichnet wurde ferner Norbert Naperkowski aus Bad Berka. Seit 1958 ist Norbert Naperkowski Mitglied in der Thüringer Sportbewegung und hatte viele ehrenamtliche Funktionen im Sport inne. Seit 2004 arbeitete Norbert Naperkowski mit Freunden und Bürgern Bad Berkas auf die Gründung eines Kneippvereins hin. Die Kneippanlage „Am Goethebrunnen“ wurde durch die Stadt im Jahr 2005 eröffnet. Im April 2010 wurde der Kneippverein Bad Berka e.V. durch ihn und Bürger der Stadt gegründet. Mit der Vereinsgründung und seiner Wahl zum 1. Vorsitzenden waren die Weichen für eine kontinuierliche Arbeit im Interesse der Menschen in der Region Bad Berka gestellt. Ohne Norbert Naperkowski wären Ziele, Aktivitäten und Tätigkeiten des Vereins nicht möglich. Heute gehören dem Verein 31 Erwachsene und 135 Kinder an.

Ein weiterer Preis wurde an Lothar Regling verliehen. Zwar wohnt er in Weimar, doch hat er sich Apolda zu seinem ehrenamtlichen Tätigkeitsbereich gemacht. Angefangen hat Lothar Regling in Apolda-Nord an der Regelschule „Werner Seelenbinder“, um hier die Jugendarbeit aufzubauen. Bis heute unterstützt er die Schule und sichert Ganztagsschulangebote ab. Er baute das Schülercafe als Begegnungsstätte auf und hat sich als Streitschlichter bei den Schülern, Eltern und Pädagogen einen Namen gemacht. An einigen Tagen übernimmt er ebenfalls die Hausaufgabenbetreuung. Oft ist er bis spät abends und auch an den Wochenenden im Studioclub in Apolda-Nord vor Ort. Hier betreut er die Kinder im Nachmittagsbereich und die Jugendlichen im Abendbereich. Er geht mit Jugendlichen zu Beratungsstellen und leistet ihnen Beistand bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben. Er unterstützt die Integration straffällig gewordener Jugendlicher und hilft Aussteigern aus der rechten Szene. Als er in diesem Jahr 70. Geburtstag feierte, tat er dies im Kreise „seiner“ vielen Kinder im Studioclub Apolda.

Mit dem Bürgerpreis in der Kategorie „U21“ für junges Engagement wurde Marcus Assing ausgezeichnet. Er ist seit 10 Jahren Mitglied im Hochschulsportverein Weimar – Abteilung Triathlon und war u.a. 2008 Thüringer Vizemeister im Triathlon und startete für das Junioren-Bundesligateam. Bereits seit mehr als 6 Jahren engagiert sich Marcus Assing – parallel zur Schule bzw. zum Studium und seinem sportlichen Training – als Übungsleiter für die Jüngsten der Abteilung. Er leitet mittlerweile mehrere Gruppen unterschiedlichen Alters. Vor drei Jahren erwarb er seine Übungsleiterlizenz und betreut als Co-Trainer das Juniorteam des Vereins mit leistungsorientierten Nachwuchstriathleten. Im Rahmen des Schulprojektes „Athletik plus“ am Humboldtgymnasium vermittelte er die Grundlagen der Sportart und betreute dort Klassen. Zudem engagiert sich Marcus Assing als Jugendsprecher in der Abteilungsleitung und kümmert sich um die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen wie dem Weimarer Duathlon oder dem Fun&Move-Triathlon der Schulen.

Mit dem Bürgerpreis  für das „Lebenswerk“ wurde Wolf Amarell aus Stedten am Ettersberg aus ausgezeichnet. 1956 wurde Wolf Ammarell Mitglied des Wasserrettungsdienstes Weimar, ab 1959 dessen Vorsitzender. Durch seine ehrenamtliche Tätigkeit im Wasserrettungsdienst und im Deutschen Roten Kreuz entwickelte sich unter seiner Leitung der Wasserrettungsdienst Weimar in den sechziger Jahren zur leistungsstärksten Gruppe im damaligen Bezirk Erfurt. 1962 gründete er den Wasserrettungsdienst Ottmannshausen, der später in Wasserrettungsdienst Berlstedt umbenannt wurde. Zudem bildete er Kinder und Jugendliche zu Schwimmern und Rettungsschwimmern aus und war als Vereinsvorsitzender und als Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Junge Rettungsschwimmer“ viele Jahre in der Schule Berlstedt erfolgreich tätig.
Das Freibad Ottmannshausen wurde achtundvierzig Jahre unter seiner Leitung ehrenamtlich und nebenberuflich geleitet, ausgebaut und abgesichert. Er rettete sieben Menschen vor dem Ertrinken und ist auch jetzt noch aktiv mit seiner ehrenamtlichen Arbeit an der Entwicklung des Wasserrettungsdienstes Berlstedt und des Freibades Ottmannhausen beteiligt. Bei ihm erlernten ungezählte Kinder das Schwimmen, mehr als 900 Rettungsschwimmer bildete er aus.
Besonders hervorzuheben sind seine Aktivitäten und Leistungen bei der Entwicklung des Rettungssports. Es gelang ihm, seine Rettungsschwimmer zu Spitzenleistungen zu bringen. Sie bestimmten über sehr viele Jahre das Leistungsniveau in der Wasserrettung und in der Ersten Hilfe. So wurde man u.a. Gesamtmannschaftsmeister der DDR bei Jugendlichen und Erwachsenen. Auch die Kindermannschaften waren bei den zentralen Wettkämpfen immer auf dem Treppchen. Über mehrere Jahre kamen DDR Meister und Landesmeister aus seiner Trainingsgruppe.
Mit der Initiative von Wolf Ammarell und unter seiner Leitung wurde 1990 die erste Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft Thüringens gegründet. Im Januar 1991 gründete Wolf Ammarell den Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft Thüringen. Er wurde zum Präsidenten gewählt und leistete Aufbauarbeit.
Wenn er benötigt wird, übernimmt er noch heute im Freibad Ottmannshausen den Dienst als Schwimmmeister. Mit Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und in Betrieben führt er das „Training für die Erste Hilfe“ durch.
Seit einigen Jahren engagiert er sich im HSV Weimar, Abteilung Triathlon, und trainiert den Sportnachwuchs im Schwimmen.
Zudem engagierte er sich für die Hilfe für Indios und die ärmsten Kinder in Paraguay mit einem privaten Hilfsprojekt. Drei Jahre brachte er große Mengen an Hilfsgütern in Containern nach Paraguay, um sie dort persönlich an die Ärmsten zu übergeben.

Neben den Preisgeldern erhielten die Geehrten einen Bürgerpreis-Glaspokal sowie eine Ehrenurkunde. Zudem wurden die Preisträger durch eine Laudatio überrascht.

Laudatoren waren:

für Birgit Dietz: Ralf Kirsten, Leiter der Polizeiinspektion Weimar; 

für Norbert Naperkowski: Steffen-Claudio Lemme, MdB; 

für Lothar Regling: Hans-Jürgen Häfner; 

für Marcus Assing: Oliver Hahn, stellvertretender Leiter der Abteilung Triathlon des Hochschulsportvereins Weimar e.V.; 

für Wolf Ammarell: Superintendent Hinrich Herbst.

Musikalisch wurde die Feierstunde umrahmt von Astrid Kumkar (Violine, 16 Jahre) und Lukas Plag (Violoncello, 15 Jahre) aus Weimar. Beide sind Schüler des Musikgymnasiums Schloss Belvedere und gehören zu den sechs Jugendlichen, die im Jahr 2013 durch ein Stipendium der Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land gefördert werden.

In der Jury zur Vergabe des Bürgerpreises wirkten mit:

Steffen-Claudio Lemme (MdB),
Johannes Selle (MdB),
Landrat Hans-Helmut Münchberg,
Oberbürgermeister Stefan Wolf,
Sparkassendirektor Dieter Bauhaus,
Thorsten Büker (Thüringische Landeszeitung Weimar),
Judith Noll (salve.tv) sowie
Mitglieder des Kuratoriums der Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land.

 

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