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Muss man sein Leben komplett auf den Kopf stellen, um nachhaltiger und umweltbewusster zu leben? Im Gegenteil – häufig reicht es schon, eingefahrene Alltagsgewohnheiten zu verändern.

Klimakrise, drohender Ressourcenmangel, Rohstoffabhängigkeiten von anderen Staaten – all das hat mittlerweile dazu geführt, dass viele Menschen sich mehr Gedanken über eine sparsamere und nachhaltigere Lebensweise machen. Aber auch die immens gestiegenen Energiepreise zwingen dazu, den eigenen Verbrauch kritisch zu hinterfragen. Doch wie klappt die Wende?

Anders einkaufen

Der Einkauf von Lebensmitteln ist ein gutes Beispiel dafür: Statt Flug-Mango oder mitten im Winter Erdbeeren und Spargel zu genießen, lieber auf heimisches Lagerobst zurückgreifen. Wer regional und saisonal einkauft, kann schon viel verändern – lange Transportwege werden eingespart, stattdessen werden heimische Landwirte gefördert.

Nur: welche Obst- und Gemüsesorten haben eigentlich wann Saison? Wer nicht selbst Landwirt ist oder gärtnert, weiß das nicht immer. Eine Saisontabelle von A wie Apfel bis Z wie Zucchini findet sich in der Broschüre „Ökologisch haushalten“. Sie ist kostenfrei bei Geld und Haushalt bestellbar oder als PDF herunterladbar. Auf 66 Seiten enthält der Ratgeber Tipps für mehr Umweltbewusstsein im Alltag – nicht nur für den täglichen Einkauf, sondern auch für Mobilität, Reisen, Haushalt oder Geldanlage.

Umweltschonendes Verhalten spart überdies auch oft Geld ein. Viel herausholen lässt sich zum Beispiel, indem man mit einem Einkaufszettel in den Supermarkt geht und nicht mehr einkauft, als draufsteht. Immerhin 55 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder Deutsche pro Jahr weg. Für den Durchschnittshaushalt bedeutet das einen finanziellen Verlust von 150 Euro jährlich.

Energie sparen

In einem Durchschnittshaushalt entfällt gut ein Fünftel der Energiekosten allein auf die Elektrizität. Mit speziellen Verbrauchszählern, wie sie die Verbraucherzentralen oder Stadtwerke zur Leihe anbieten, lassen sich die größten Stromfresser im eigenen Haushalt identifizieren und entweder austauschen oder im Verbrauch senken. Für nur ab und zu genutzte Geräte kann eine abschaltbare Steckerleiste sinnvoll sein, denn der Standby-Betrieb verschlingt unnötig Energie, besonders bei älteren Geräten.

In der bevorstehenden dunklen Jahreszeit sind Lichterketten oder Leuchtdeko sehr beliebt. Das Umrüsten alter Leuchtelemente auf moderne LEDs spart viel Energie ein. Wer insgesamt weniger beleuchtet oder mit Zeitschaltuhren arbeitet, spart jedoch am meisten.

Das Erhitzen von Wasser ist im Privathaushalt die Nummer zwei beim Energieverbrauch, deshalb gibt es hier eine Menge Sparpotenzial. Wer die Warmwassertemperatur selbst einstellen kann, sollte ungefähr 60 Grad wählen. Weniger birgt die Gefahr, dass sich Legionellen vermehren, bei höheren Temperaturen muss für den Verbrauch häufig kaltes Wasser beigemischt werden. Übrigens: Ein Vollbad verbraucht dreimal so viel Energie wie 5 Minuten Duschen, und Sparduschköpfe sparen noch einmal bis zu 50 Prozent Warmwasser ein, ohne das Duscherlebnis zu schmälern. Durch das Untermischen von Luft fühlt sich der Wasserstrahl genauso voll an.

Die Heizung drosseln

Ein wichtiges Thema für die Energiebilanz ist zudem das Thema Heizen. Zwar können Mieter die vorhandene Technik nicht austauschen, trotzdem ist es möglich, den Verbrauch zu mindern. So sollten Heizkörper nicht zugestellt werden, wichtig sind zudem regelmäßiges, gegebenenfalls professionelles Entlüften und Reinigen. Außerdem kann bereits ein Grad weniger im Raum 6 Prozent Energie einsparen. Die Empfehlungen für die Raumtemperatur: 20 Grad in Wohnräumen, 18 Grad in der Küche, 17 Grad im Schlafzimmer.

Ungenutzte Räume sollten nicht voll beheizt werden, ein völliges Auskühlen ist allerdings nicht ratsam. Bei tiefen Außentemperaturen entsteht der größte Wärmeverlust über die Fenster, deshalb sind nachts geschlossene Rollläden oder Klappläden eine sinnvolle Sparmaßnahme. Das Abdichten mit Gummilippen ist zusätzlich eine kleine, aber sinnvolle Investition.

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Susanne Haack

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