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Nachhaltig surfen im Internet

Jede Suchanfrage, jede E-Mail und jedes Online-Spiel verbraucht Energie, das ist vielen Internetnutzern nicht bewusst. Deshalb stellen sich die wenigsten die Frage, wie sie nachhaltiger surfen können. Allerdings hat jeder die Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten. Einige Tipps.

Die Digitalisierung ist notwendig, jedoch alles andere als klimafreundlich. Digitaltechnik ist für knapp 4 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich – mehr als 2018 auf den zivilen Luftverkehr entfielen. Allein mit den monatlichen Suchanfragen könnte ein Google-Nutzer eine 60-Watt-Glühbirne für drei Stunden mit Strom versorgen. Es geht vor allem um den vielen Strom, den Rechenzentren verbrauchen. Diese wiederum benötigen eine stromintensive Kühlung. Hundertprozentig nachhaltig zu surfen geht nicht, doch Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Und das Stromsparen schont dazu besonders bei steigenden Energiepreisen den eigenen Geldbeutel.

Energiesparend suchen

Suchanfragen verbrauchen Energie, weshalb es grundsätzlich nachhaltiger ist, möglichst wenige zu stellen. Einen höheren Energie- und Rechenaufwand fordern Browsersuchen sowie solche über Sprachassistenten wie Siri oder Alexa. Das lässt sich durch den direkten Aufruf einer Seite umgehen.

Alternativ gibt es nachhaltige Suchmaschinen wie Ecosia, gexsi oder ekoru, die mit ihren Werbeeinnahmen Umweltprojekte finanzieren, etwa Bäume pflanzen, oder Emissionszertifikate von Klimaschutzorganisationen zur Kompensation kaufen.

Große Datenmengen nicht versenden

Große Datenmengen verbrauchen beim Hochladen, Teilen oder wenn sie als Anhang versandt werden mehr Energie. Ein Weg ist, die Dateigrößen vor dem Versenden über spezielle Programme zu verringern. Ein anderer ist, sie in der Cloud zu speichern und als Download-Link zu verschicken. Das spart Energie-, Speicher- und Rechenleistung, weil die Dateien nur einmal hoch- und heruntergeladen werden müssen.

Ungenutzte Accounts und Abos löschen

Gespart wird auch, wenn nicht aktive Accounts etwa bei sozialen Netzwerken oder E-Mail-Anbietern gelöscht werden und man sich von nicht genutzten Newsletterabos abmeldet. Auch wenn E-Mails regelmäßig gelöscht und unerwünschte E-Mails blockiert werden, spart das Treibhausgas.

Offline arbeiten

Streaming-Dienste benötigen viel Datenvolumen. Nachhaltiger ist es, Filme oder Musik herunterzuladen und offline zu nutzen. Nicht alle Daten müssen in der Cloud abgespeichert werden. Nachhaltiger ist es, Daten auf externen Festplatten, die nicht ständig am Stromnetz hängen müssen, abzulegen.

Geräte ausschalten

Egal, ob PC, Laptop, Tablet, Smartphone oder auch der WLAN-Router – wenn sie etwa nachts nicht gebraucht werden, sollte man sie ausschalten.

Stationären Internet-Anschluss nutzen

Die Datenübertragung über Mobilfunkverbindungen benötigt mehr Energie als über einen stationären Anschluss mit LAN oder WLAN. Besteht die Möglichkeit, sollte man also über einen stationären Anschluss surfen.

Neukauf überdenken und Geräte richtig entsorgen

Muss es wirklich immer das neueste Gerät und der größte Bildschirm sein? Die Geräte sollten nicht leistungsstärker als nötig sein. So frisst ein großer Bildschirm zum Beispiel sehr viel mehr Strom als ein kleinerer. Tablets und Smartphones verbrauchen weniger Strom als Laptops oder Desktop-PCs. Einen Film etwa über ein Tablet anzuschauen ist also in der Regel energieeffizienter als über einen Laptop.

Solange ein Gerät eigentlich noch funktioniert, sollte man die Reparatur dem Neukauf vorziehen, das spart wertvolle Ressourcen. Fängt mit dem Gerät wirklich niemand mehr etwas an, sollte es bei Großhändlern, die Elektrogeräte verkaufen, oder auf dem Recyclinghof entsorgt werden.

Ökostrom

Sowohl zu Hause als auch beim Webhoster oder E-Mail-Anbieter kann man darauf achten, dass Strom aus erneuerbaren Energien verwendet wird. Mancher E-Mail-Anbieter kompensiert auch die erzeugten Treibhausgasemissionen auf anderem Weg.

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Susanne Haack

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