Marktkommentar: Trotz Nervosität zu neuen Rekordständen

Noch einmal schwang sich der deutsche Aktienindex DAX in letzter Woche zu einem neuen Rekordhoch auf. Dies kann auch als Reaktion auf die neue geldpolitische Strategie der Europäischen Zentralbank (EZB) gesehen werden. Weitere Impulse für Unternehmenswerte blieben jedoch aus. Die Unternehmen meldeten zwar hohe Gewinnsteigerungen, es fällt ihnen jedoch schwer, die bereits sehr hohen Erwartungen der Märkte noch zu toppen. Eine wieder steigende Anzahl von Covid-Infektionen sowie die anhaltenden Produktionsbehinderungen in den weltweiten Wertschöpfungsketten tragen auch nicht gerade zu Konjunkturoptimismus bei. Dies war ebenso an den Anleihemärkten zu beobachten, wo die Renditen bereits seit mehreren Wochen wieder deutlich sanken. Wieder wurde mit einer Rate von 5,4 Prozent eine hohe Inflationszahl aus den USA gemeldet. Diese führt jedoch solange nicht zu größerer Unruhe, wie sowohl die Marktteilnehmer als auch die US-Notenbank diese Zahlen als vorübergehend ansehen.

EZB mit neuer Systematik Trotz zunehmender Sommerruhe wird es in dieser Woche durchaus spannend: Zum ersten Mal legt die EZB die Geldpolitik in ihrer turnusgemäßen Sitzung nach den neuen Strategieregeln fest. Dabei könnten sich die ohnehin schon geringen Zinserwartungen der Marktteilnehmer abermals abflachen. Von Seiten der Konjunktur geben die Einkaufmanagerindizes Aufschluss über die Stimmung in den Unternehmen. Und mit dem CPB-Welthandelsmonitor werden die Zahlen für die globale Industrieproduktion und den Welthandel für Mai veröffentlicht. Bereits Ende 2020 wurde das Vorkrisenniveau erreicht. Inzwischen stellt sich die Frage, wann die Dynamik an Kraft verliert.

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Christian Wiegand

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