Heimspardosen ziehen in Haushalte ein.

Die Heimspardosen waren eine besondere Form der Spardose, in der die Sparkassen-Kunden früher regelmäßig Geld zur Seite gelegt haben. Sie wurden von den Sparkassen für das Sammeln von Kleinbeträgen ausgegeben. Sie waren nur Leihobjekte und gehörten weiterhin der Sparkasse, verblieben aber beim Kunden. Diese Dosen waren deutlich robuster als ihre rein privaten Pendants und nur die Sparkassen-Mitarbeiter hatten einen Schlüssel dafür.

Heimspardosen wurden Anfang des 20. Jahunderts von der Sparkasse verliehen.

In regelmäßigen Abständen wurden die Heimspardosen zur Sparkasse gebracht oder das angesparte Geld wurde von Sparkassen-Mitarbeitern abgeholt. Die Beträge wurden auf dem Sparkassenbuch gutgeschrieben und verzinst. Jede Heimspardose war mit einer eingestempelten Nummer versehen, an der sie klar identifiziert werden konnte. Um das Jahr 1910 waren deutschlandweit bereits mehr als 50 Spardosenmodelle in Umlauf. In den meisten Fällen waren sie oval, besaßen einen klappbaren Bügel und ein aufgenietetes Blechschild.

Zur Heimspardose gehörte das Sparbuch.
Sparkassen-Logo – 1938 gestaltet von Lois Gaigg

Anfänglich verfügten sie lediglich über einen Münzschlitz, der mittels eines Kugelverschlusses gesichert wurde, sodass das eingezahlte Geld nicht selbst wieder entnommen werden konnte. Als später auch Banknoten gebräuchlicher wurden, erhielten die Dosen ein rundes Loch, damit die Scheine leichter hineingesteckt werden konnten.

1938 entwarf der Wiener Grafikdesigner Lois Gaigg das Sparkassen-Logo. Ein schwarzes S versinnbildlicht eine Spardose und der Einwurftrichter mit der Münze symbolisieren den Spargedanken.

Nach dem Krieg konnten die teilweise wöchentlichen Besuche der Sparkassen- Mitarbeiter nicht mehr gewährleistet werden. Dennoch kamen viele Menschen, vor allem Kinder, in die Sparkasse, um ihre Heimspardose leeren zu lassen. Ab den 1970er Jahren wurden schließlich keine Heimspardosen mehr ausgegeben und so verschwanden sie nach und nach aus den heimischen Regalen. Heutzutage findet man sie noch oft auf Flohmärkten oder als Andenken in Schränken oder auf Dachböden.

Fotos: Archiv der Sparkasse Mitteltüringen