Girocard ersetzt die Prepaid-Zahlverfahren GeldKarte und girogo

Die Verbände der Deutschen Kreditwirtschaft haben beschlossen: Bis Ende 2024 wird die Girocard die Prepaid-Funktionen Geldkarte und girogo ablösen. Sie reagieren damit auf die Entwicklung, dass die Menschen mittlerweile auch kleine Geldbeträge mit der Girocard bezahlen – wodurch die Prepaid-Funktion ihren Nutzen verliert.

Die Girocard habe ihren festen Platz an der Ladenkasse gefunden: Allein im Jahr 2020 sei 5,5 Milliarden Mal mit der Girocard bezahlt worden, das seien knapp 22 Prozent mehr Transaktionen als im Vorjahreszeitraum. Außerdem sei die Girocard die in Deutschland verbreitetste und beliebteste Lösung dafür, kleine Beträge im Alltag ebenfalls mit Karte zu bezahlen. So berichtet die Euro Kartensysteme, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Kreditwirtschaft.

Das hat zur Folge, dass immer weniger Kunden die Prepaid-Funktionen GeldKarte (kontaktbehaftet) und girogo (kontaktlos) auf ihrer Bankkarte nutzen und benötigen. Aus diesem Grund würden die Verbände der Deutschen Kreditwirtschaft künftig Bank- und Sparkassenkarten nicht mehr mit GeldKarte-Funktionen ausstatten. Einige Kreditinstitute würden bereits Girocards ohne die Prepaid-Funktion an ihre Kunden ausgeben. Alle weiteren Karten würden bis Ende 2024 ausgetauscht sein.

GeldKarte- und girogo-Funktion noch zu nutzen

Auf bestehenden Karten können die Kunden die GeldKarte- bzw. girogo-Funktion momentan noch an allen aktiven Akzeptanzstellen weiter nutzen. Wer das nicht mehr möchte, aber noch Prepaid-Guthaben auf den Chip seiner Girocard geladen hat, kann diesen laut Euro Kartensysteme beim jeweiligen kartenausgebenden Kreditinstitut am Geldautomaten entladen. Die Altersverifikation bleibe der klassischen Karte wie gewohnt erhalten und sei somit nach wie vor zum Beispiel am Zigarettenautomaten nutzbar. In diesem Kontext plane die Deutsche Kreditwirtschaft, den Funktionsumfang der digitalen Girocard im Smartphone ebenfalls um die Möglichkeit eines digitalen Altersmerkmals zu erweitern.

GeldKarte war Basis für weitere Entwicklungen

Im Jahr 1996 habe die Deutsche Kreditwirtschaft die GeldKarte in den Markt gebracht. Seitdem sei sie fester Bestandteil des Kartenangebots der Banken und Sparkassen gewesen und habe vieles neu ermöglicht, was heute zum Standard des elektronischen Bezahlens gehöre.

Als Prepaid-Funktion für das Bezahlen kleiner Geldbeträge ebnete die „elektronische Geldbörse“ den Weg für viele Entwicklungen, die heute eine schnelle und sichere Kartenzahlung mit der Girocard selbstverständlich machen – so die Euro Kartensysteme. Dazu gehöre vor allem die Kleinbetragszahlung mit Karte, die insbesondere an Verkaufsstellen mit begrenzter Infrastruktur, wie zum Beispiel offline am Automaten, häufig zum Einsatz gekommen sei. Ihre kontaktlose Variante girogo habe besonders als offenes Bezahlsystem zum Beispiel in Stadien und Eventstätten auf sich aufmerksam gemacht. Die GeldKarte und girogo hätten das Vertrauen in kontaktloses Bezahlen und die Akzeptanz für elektronische Kleinbetragszahlungen geschaffen sowie den heutigen Bezahlkomfort maßgeblich mitgestaltet.

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Christian Wiegand

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