Familienfreundlichkeit mit „Brief und Siegel“

Das Thema „Nachhaltigkeit“ steht ja derzeit bei vielen Unternehmen sehr weit oben auf der Agenda – Rohstoffe werden gespart und Arbeitsplätze umweltverträglich eingerichtet.

In der Sparkasse Mittelthüringen wird nicht nur Wert auf den nachhaltigen Umgang mit Umweltressourcen gelegt, sondern auch mit dem, was heute allgemein hin als Human Resources bezeichnet wird – dem Personal. Bereits im Jahr 2006 haben wir begonnen, uns mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und dem Auditierungsprozess zu beschäftigen. Im Februar 2008 hat die Sparkasse Mittelthüringen dann als erstes Thüringer Unternehmen das Zertifikat „audit berufundfamilie“ erhalten. In den folgenden drei Jahren haben wir intensiv an unserer umfangreichen Zielvereinbarung gearbeitet und viele familienfreundliche Maßnahmen umgesetzt (siehe unten). Im Mai 2011 wurden unsere Bemühungen mit der erfolgreichen Re-Zertifzierung belohnt.

 

Aber was heißt eigentlich „familienfreundlicher Betrieb“ und wie wird das beurteilt?

Um messbare und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, sind acht Zielfelder festgelegt, in denen für ein erfolgreiches Audit bestimmte Maßnahmen realisiert werden müssen. Zu jedem dieser Punkte haben wir mehrere Maßnahmen umgesetzt, von denen hier jeweils eine exemplarisch aufgeführt ist:

Zielfelder beim Audit
Maßnahmen der Sparkasse Mittelthüringen (Auswahl)
1. Arbeitszeit Ausloten weiterer Möglichkeiten für eine noch flexiblere Lage der Arbeitszeit
2. Arbeitsorganisation Gesundheitstage
3. Arbeitsort Schaffung von technischen Möglichkeiten für flexibles Arbeiten der Mitarbeiter
4. Information / Kommunikation erfolgreiche Wiedereinführung der Mitarbeiterzeitschrift
5. Führungskompetenz Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Führungsaufgabe
6. Personalentwicklung Einführung eines Standardprozesses für Rückkehrer aus Elternzeit und längerer Krankheit
7. Entgeltbestandteile und geldwerte Leistungen freiwillige soziale Leistungen
8. Service für Familien Kooperation mit der AWO für Belegplätze und Pflegeberater

Besonders beliebt sind die Regelungen zur flexiblen Arbeitszeit. Insbesondere Familien mit Kindern gewinnen dadurch mehr Spielraum in Bezug auf ihre Wochenplanung. Dazu kommt, dass Mitarbeiterkinder in unplanbaren Betreuungsengpässen auch zu ihren Eltern auf Arbeit kommen dürfen. Auch beim Arbeitsort ist man in der Sparkasse flexibel. Hier ist Mobilität Trumpf. Im Einzelfall kann mit mobilen Rechnern ortsunabhängig gearbeitet werden, was in Verbindung mit der flexiblen Arbeitszeit ein hohes Maß an Freiräumen für unsere Mitarbeiter bedeutet.

Ein wichtiges Instrumentarium stellt auch unser Kommunikationsmix dar. Hierzu gehören unter anderem Informationsbroschüren, ein Begrüßungsordner sowie ein umfangreiches und tagesaktuelles Intranet, wodurch stets ein konstanter Informationsfluss gegeben ist. Auch über die Mitarbeiterzeitschrift „Spirit“ informieren wir unsere rund 900 Mitarbeiter regelmäßig über Neuigkeiten in der Sparkasse. Dort berichten wir regelmäßig über die Fortschritte bei unseren Leistungen für Familien und auch langfristig abwesende Mitarbeiter werden fortlaufend mit aktuellen Informationen versorgt.

Zur Familienfreundlichkeit gehört es auch, sich eine gewisse Zeit lang intensiv um die eigene Familie zu kümmern – z. B. wenn Nachwuchs ansteht oder Angehörige pflegebedürftig werden. Deshalb haben wir die Wiedereingliederung dieser Mitarbeiter nach der Elternzeit, längerer Krankheit oder nach Pflegeaufgaben einem festgelegten Prozess unterworfen. Standardisierte Wiedereingliederungsgespräche und unser umfangreiches internes Seminarprogramm helfen den Mitarbeitern dabei, sich schnellstmöglich wieder ins Berufsleben hineinzufinden.

Einen weiteren wichtigen Faktor stellen natürlich die Entgeltbestandteile und die geldwerten Leistungen dar, welche die Sparkasse Mittelthüringen gewährt. So können Angestellte z. B. über das Jobticket vergünstigt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Außerdem bieten wir unseren Mitarbeitern eine Vielzahl an sozialen Leistungen, wie z. B. bei Geburten, Hochzeiten, Jubiläen usw. Gern werden auch die Services für Familien in Anspruch genommen. Dazu gehören z. B. Belegplätze und Pflegeberater infolge einer Kooperation mit der AWO, aber auch die partielle Übernahme von Kosten für Kinderhort und Ferienlager während der schulfreien Zeit.

 
So weit, so gut. Und wie geht es weiter?

Im Jahr 2014 steht das nächste Audit an und natürlich soll unsere Sparkasse auch dabei wieder die begehrte Zertifizierung erhalten. Dafür arbeiten wir unter anderem an der Etablierung von weiteren Möglichkeiten, Mitarbeiter mit Pflegeaufgaben sowie Notfallbetreuung von Kindern im betreuungspflichtigen Alter zu unterstützen. Mit der Verankerung von familienbewusster Führung in den Führungsleitlinien erhalten unsere Führungskräfte zudem feste Standards an die Hand, um im Führungsalltag bestmöglich auf ihre Mitarbeiter eingehen zu können.

Außerdem werden wir unsere Kinderbetreuungsangebote z. B. um ein Herbstcamp für 14- bis 17-jährige Mitarbeiterkinder erweitern. Darüber hinaus prüfen wir die Etablierung eines „Talente-Pools“, um herausragende Nachwuchskräfte noch stärker fördern zu können. Schließlich darf in einer familienfreundlichen Sparkasse auch der Nachwuchs nicht fehlen.

Diese und weitere Verbesserungen, welche die Sparkasse Mittelthüringen für das kommende „audit berufundfamilie“ im Jahr 2014 geplant hat, sollen sich spätestens dann auch als Grundsatz „Wir finden immer eine gemeinsame Lösung“ in der Unternehmensphilosophie wiederfinden. In einer jährlich erscheinenden Mehrwert-Broschüre werden dann auch alle jeweils aktuellen Angebote an unsere Mitarbeiter, die aus der Zertifizierung resultieren, übersichtlich dargestellt sein.

Weitere Informationen zum „audit berufundfamilie“ gibt es auf unserer Homepage.

Bildquellen: Sparkasse Mittelthüringen, © Jeanette Dietl – Fotolia.com, © SergiyN – Fotolia.com

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