Die Sparkasse am Erfurter Fischmarkt

Die Sparkasse Erfurt wurde 1823 von der Stadt gegründet und hatte ihre ersten Geschäftsräume bis zum Jahr 1875 in der ehemaligen Boineburgischen Bibliothek in der Mainzerhofstraße. Danach nutzte man das Zimmer 1 des neu gebauten Rathauses am Fischmarkt.

Die Sparkasse baute ein eigenes Gebäude als Anbau an das Rathaus, das am 14.10.1935 eingeweiht wurde. Das Erd- und Zwischengeschoss wurde von der Sparkasse genutzt. Die vier Obergeschosse vermietete die Sparkasse an die Stadt.

Die Planungs- und Bauzeit im Nationalsozialismus von 1933–1935 spiegelte sich insbesondere an den Wandmalereien wider. Zudem wurde im Kellergeschoss eine schlichte Ehrenhalle für die Gefallenen des 1. Weltkriegs eingerichtet. Nach dem 2. Weltkrieg war der Zahlungsverkehr eine der wesentlichen Aufgaben der Sparkasse.

Historische Ansicht der Kassenhalle
Blick aus der Rathausgasse
Blick in das Treppenhaus

Im Buchungszentrum der Sparkasse am Fischmarkt wurden alle Ein- und Auszahlungen sowie Überweisungen meistens von Frauen manuell durchgeführt. In der Schalterhalle, in der die Kunden ihre täglichen Finanzgeschäfte abwickelten, kam es vor allem rund um den Zahltag häufig zu langen Schlangen.

Mit Einführung der elektronischen Datenverarbeitung ab 1973 wurde der Verrechnungsverkehr zunehmend automatisiert. Im Jahr 1983 folgte der Anschluss an die Datenfernübertragung und 1987 folgte der erstmalige Einbau von Geldautomaten.

Der erste Geldautomat in einer Thüringer Sparkasse wurde in diesem Jahr am Anger aufgestellt. Seitdem wird der Zahlungsverkehr mehr und mehr auf digitale Kanäle verlagert, sodass heutzutage ein Großteil davon entweder am Automaten oder im Online-Banking erledigt wird.

Fotos: Stadtarchiv Erfurt