Das sind die gefährlichsten Betrugsmaschen im Alltag

In der heutigen Zeit können Betrüger über viele verschiedene Medien die Leute beeinflussen bzw. kontaktieren. Sei es wie üblich über das Internet mit seinen vielen verschieden Social-Media-Plattformen oder altmodisch per Brief oder Telefon. Damit Sie sich besser vor einem möglichen Betrug schützen können, zeigen wir Ihnen nun einige der bekanntesten Betrugsmaschen.

 

Der Enkeltrick 

Wir beginnen unseren Beitrag mit der wohl bekanntesten Masche, dem sogenannten Enkeltrick.

Bei dieser Art des Betruges wenden sich die Betrüger meist an ältere Menschen und geben sich als ein lange verschollenes Familienmitglied aus, das in finanzielle Notlage geraten ist und dringend Geld benötigt.

Man erkennt den Enkeltrick an folgenden Punkten,

  • Betrüger geben sich als Familienmitglied aus, was den Opfern nicht bekannt ist
  • Betrüger schildern sehr ernste Szenarien
  • Betrüger fordern hohe Geldsummen, meist in bar
  • Betrüger üben hohen Druck auf Opfer aus
  • Geldübergabe erfolgt häufig über Boten/Dritte

Beispiel: Eine 72-jährige Dame wird von ihrem lange verschollenen Enkel kontaktiert. Er benötigt dringend 7.500 Euro für die lebensnotwendige Operation seiner Frau.

 

Betrug durch Geldversprechen

Bei dieser Variante versenden die Betrüger meist unter dem Vorwand, sie seien Rechtsanwälte, E-Mails oder Briefe oder kontaktieren ihre Opfer über das Telefon. Sie verweisen auf eine Erbschaft oder einen Familienschatz, die bzw. der von einem lange verstorbenen Familienmitglied im Ausland angespart bzw. gesammelt wurde. Sie fordern danach hohe Beträge für Steuern und Gebühren, die im Vorfeld der Bearbeitung gezahlt werden müssen.

Der Betrug durch Geldversprechen ist erkennbar an folgenden Merkmalen,

  • „Rechtsanwälte“ haben ihren Sitz meistens im Ausland
  • versprechen sehr hohe Geldsummen
  • Kosten der Bearbeitung müssen innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes gezahlt werden

Beispiel: Ein älteres Brüderpaar bekommt Post von einem spanischen Rechtsanwalt. Dieser bittet sie um eine Überweisung von 8.500 Euro für die Bearbeitung einer Erbschaft ihres lange verstorbenen Onkels.

 

Vorgetäuschte Liebe  

Dabei werden Opfer auf Online-Partnerbörsen oder über Social Media kontaktiert und um den Finger gewickelt. Ist eine emotionale Bindung erst einmal aufgebaut, schildern sie dann Notsituationen und bitten um finanzielle Unterstützung.

Merkmale für diese Betrugsart sind,

  • Profile der Betrüger existieren erst kurz
  • Betrüger halten sich häufig in anderen Ländern oder Kontinenten auf
  • Schildern meist Situationen, die sie (Betrüger) an ihren jeweiligen Standort binden

Beispiel: Ein 56-jähriger Mann wird auf einer Online-Partnerbörse von einer Frau kontaktiert. Er baut eine emotionale Bindung zu ihr auf und möchte sie treffen. Doch die Frau hält sich in Afrika auf, wo sie ihre auf Pflege angewiesene Mutter betreut. Für diese Pflege bittet sie ihn um 4.500 Euro, da sie finanziell nicht in der Lage ist, diese zu bezahlen.

 

Vortäuschen von falschen Identitäten

Bei dieser Betrugsart geben sich die Betrüger meist als Soldaten oder Mitglieder einer Spezialeinheit  im Auslandseinsatz aus, die aktuell nicht über ihr privates Geld verfügen können. Sie bitten die Opfer daher um finanzielle Unterstützung.

Erkennbar ist diese Betrugsart an den folgenden Merkmalen,

  • Betrüger sind häufig sehr weit weg stationiert ( BSP: Irak oder Syrien)
  • Einsatz dauert meist noch einige Monate (nach Anfrage) an
  • Opfer sollen das Geld meist über Western Union oder Money Gram o. Ä. transferieren
  • Betrüger üben großen Druck aus und betonen die Dringlichkeit der Überweisung
  • Weigern sich die Opfer, werden durch die Betrüger Drohungen formuliert.

Beispiel: Eine 32-jährige Frau bekommt auf  Instagram eine Nachricht, sie solle einem Mitglied der deutschen Bundeswehr, stationiert in Kabul, schnellstens 2.000 Euro auf sein privates Konto überweisen. Er verspricht der Frau, dass die Bundeswehr innerhalb der nächsten 3 Tage die Summe erstattet. Er führt auch an, dass bei Verweigerung der Forderung rechtlich gegen sie vorgegangen wird.

 

Ausgabe als Landes oder Bundespolizist

Diese falsche Identität ist eine der am schwersten zu durchschauenden Identitäten, die es gibt. Dabei nehmen die Betrüger Kontakt zu ihren Opfern auf, meist telefonisch unter der Rufnummer 110. Die Betrüger nutzen technische Tricks, damit diese Nummer auf dem Display erscheint. Alternativ nutzen sie auch  andere regionale Telefonnummern.

Sie bitten dann um hohe Geldsummen oder Wertgegenstände, die sie unter einem Vorwand an sich nehmen wollen. Diese Vorwände können sein: polizeiliche Untersuchungen (beispielsweise Spurensuche oder ähnliches)

oder der Vorwand, dass in naher Zukunft bei den Opfern eingebrochen werden soll und sie das Geld bzw. die Wertgegenstände polizeilich schützen wollen.

Vermeidbar sind die Betrugsversuche nur sehr schwer. Dennoch ist auf Folgendes zu achten,

  • Geldsummen werden in bar gefordert.
  • Übergaben werden durch zweiten „Polizisten“ durchgeführt.
  • „Polizisten“ tragen zwar echt aussehende Uniformen und Dienstausweise, die Echtheit kann aber telefonisch beim regionalen Polizeirevier angefragt werden (Dienstnummer).
  • Häufig werden keine oder nur sehr vage Aussagen zu den Gründen geliefert.

Beispiel: In einer Kleinstadt kam es Mitte März 2019 zu einer Anrufwelle, bei denen mindestens 15 Bewohner durch angebliche Polizisten kontaktiert wurden. Die „Beamten“ gingen nach oben genanntem Schema vor und forderten teils sehr hohe Summen von ihren Opfern.

Sollten Sie einmal Probleme mit Betrügern haben oder auf einen Betrugsversuch hereingefallen sein, kontaktieren Sie bitte die regionale Polizei.

 

Und geben Sie niemals Geld an völlig fremde Personen weiter.

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