Das Unsichtbare greifbar machen – Nora Klein

Unsere ehemalige Kunst-Stipendiatin der Sparkassenstiftung Erfurt Nora Klein nutzte ihr Stipendium 2014 jetzt für ein bewegendes Abschlussprojekt.

Mit Hilfe der Kamera die Welt entdecken – Mit dem Fotografieren begann Nora Klein während Ihrer Reisezeit nach dem Abitur. Sie fotografierte kräftige Farben und exotische Motive in Neuseeland, Thailand und Kambodscha. Dabei lernte sie die Fotografie als Mittel zur Entdeckung der Welt sehr zu schätzen. Durch die Kamera fühlte sie sich frei, auf Menschen zuzugehen und neugierig zu sein – und daran fand sie Gefallen.

Nora Klein

Nora Klein im Gespräch mit Paula Hoyer

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland begann sie zunächst eine Fotografenausbildung in Stuttgart. Später begann sie das Fotojournalismus-Studium an der Universität Hannover. Sehr schnell stellte sie fest, dass es hier ganz andere Herausforderungen für einen Fotografen gibt als exotische Bergdörfer: Für sie sind es die alltäglichen Geschichten, die sich überall abspielen. So handeln ihre Fotogeschichten zum Beispiel von der Arbeit von Bäckern oder Tierpräparatoren.

Für ihr Abschlussprojekt hat sie sich vorgenommen, die Krankheit Depression in Bilder zu fassen und so das Unsichtbare greifbar zu machen. Sie hat ihr Projekt „Wo sind all die Farben hin?“ genannt und bei der Beschäftigung mit der Krankheit über Interessenverbände neun Betroffene aus ganz Deutschland kennengelernt.

Sie verbrachte viel Zeit mit ihnen, hörte zu und wollte die Geschichten darstellen und weitererzählen. So flossen auch Tagebuchaufzeichnungen oder Gedichte der Betroffenen in Nora Kleins Dokumentation mit ein. Trotzdem bilden die Fotos den Kern. Sie zeigen die Betroffenen in verschiedenen Momenten, an verschiedenen Orten und Stimmungslagen.

Die junge Fotografin zeigte ihre Dokumentation bereits in drei Ausstellungen, unter anderem beim Kopenhagen Film Festival in Dänemark. Bis jetzt erschien ein Fotoband, aber ein größerer Bildband soll folgen. Nora Klein will mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass die Depression als Krankheit anerkannt wird. „Ich will nichts erklären“, sagt sie, „sondern ich will dazu anregen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.“

geschrieben von Paula Hoyer, FSJ-Kultur bei der Sparkassenstiftung

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Benjamin Beck

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