Kreditbearbeitung – ein Blick hinter die Kulissen

Ein Blick hinter die Kulissegeschrieben von Markus Sperlich

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich euch von meinem Einsatz in der Abteilung Sanierung/Kreditconsult berichtet. Nach dieser Woche in ging es direkt zwei Etagen nach oben zur Kreditbearbeitung Gewerbe. Hier kam schon in den ersten Minuten mein „Lieblingsthema“ vom Studium – Schuldscheindarlehen – auf den Tisch, das ich vorher nie wirklich mochte.

Nach Durchsicht von unzähligen Verträgen à 20 Seiten mit den dazugehörigen Akten und Erläuterungen meines Betreuers lichtete sich aber der Schatten und ich verstand die Wirkungsweise und wirtschaftliche Bedeutung dieser Finanzierungsmöglichkeit. Ein Schuldscheindarlehen ist fast wie Crowdfunding. Dabei gibt ein Unternehmen bekannt, welche Geldsumme es benötigt, welche Zinsen es zahlt, wie lange die Laufzeit sein soll und welche Nebenbedingungen gelten. Alle Banken können dann ein Stück in den „Topf“ einzahlen und so einen Teil des Gesamtschuldscheindarlehens abbekommen. Bei solchen Geschäften geht es insgesamt meist um hohe Summen – rund zweistellige Millionenbeträge – welche der Darlehensnehmer am Ende der Laufzeit in einer Summer zurückzuzahlen hat. Langsam wurden das Schuldscheindarlehen und ich gute Freunde.

Außerdem genießt man ein kostenloses Muskeltraining durch das Schleppen der schweren Akten. Man geht mit einem abgearbeiteten Fall zum Paten, wertet das eigene Arbeitsergebnis aus, bekommt eine kurze Einweisung in den nächsten und verlässt das Büro mit mindestens zwei dicken Aktenordnern. Nun hat man wieder ein paar Stunden Zeit, um die BWA’s (Betriebswirtschaftliche Auswertung – eine verkürzte, vorläufige „Bilanz“ innerhalb des Geschäftsjahres), Einkommensteuererklärungen und -bescheide auszuwerten. Dabei lernt man viele unterschiedliche, bekannte und unbekannte Unternehmen kennen.

Gut für die Arme - die Akten bei der Kreditbearbeitung

Gut für die Arme – Akten bei der Kreditbearbeitung

 

Je nach freien Kapazitäten und anfallenden Projekten wurde ich in verschiedene Unterabteilungen geschickt. Eines Tages ging es zu EBIL – vier Buchstaben, die mir überhaupt nichts sagten. Doch auch hier ist die Lösung sehr einfach – EBIL bedeutet Einzelbilanzanalyse. Die Bilanzen – der Begriff müsste jetzt jedem nach dem Lesen des ersten Blogs bekannt sein – der Unternehmen werden hier aufbereitet und analysiert, damit man sich ein Urteil bilden kann, ob dem Kunden ein Darlehen ausgezahlt wird und ob er die Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann.

In der letzten Woche ging ich zurück zu meinen Wurzeln – zu der Abteilung Sanierung/Kreditconsult, um die Weiterentwicklung der Fälle zu betrachten. Dabei konnte ich auch einige unerwartete Wendungen bemerken, die den Beruf spannend machen. Die Zeit bei meinem Einsatz verging wegen des abwechslungsreichen Bahnstreiks und natürlich wegen der interessanten Tätigkeiten wie im Flug und ehe ich mich’s versah, waren die vier Wochen schon vorbei und der Jahresurlaub stand vor der Tür. Danach geht es am Fischmarkt in Erfurt mit der Abteilung Vertriebsmanagement weiter, auf die ich mich auch schon sehr freue. Meine Erlebnisse werde ich euch natürlich zu gegebener Zeit mitteilen.

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Benjamin Beck

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