Überfall der Narren

Der närrische Banküberfall aus Sicht eines AzubisUns Azubis wird immer gesagt, dass wir in jeder neuen Abteilung etwas lernen und Erfahrungen sammeln, die für unseren zukünftigen Weg wichtig sind. Doch dabei hätte ich niemals an einen Überfall der etwas anderen Art gedacht. Während meines Einsatzes im Vorstandsstab in Erfurt wurde ich Zeuge dieses außergewöhnlichen Ereignisses….

Zu meinem Einführungsgespräch in der Abteilung wurde mir erklärt, dass die Sparkasse am Freitag, dem 08. Februar, mit einem Banküberfall durch angebliche Narren und Jecken konfrontiert werden sollte.  Ich staunte, als mir eine ausführliche Liste mit den Namen der Täter und dem Ablauf des geplanten Überfalls überreicht wurde, als wäre so etwas  alltäglich. In was für einer verrückten Abteilung war ich da gelandet???

Natürlich war meine Neugierde geweckt und ich wollte mir diesen Skandal nicht entgehen lassen. Ich bekam den wichtigen Auftrag die Vorbereitungen für den Übergriff auf unser Haus bestmöglich mitzugestalten. In dieser wichtigen Position, in der ich nun war, hatte ich auch eine Menge an Verantwortung. Die Geschäftsstelle am Anger sollte mit Luftballons und Girlanden geschmückt werden. Die Bankräuber sollten sich ja schließlich mit ihrem Gefolge bei uns wohl fühlen. Anders als bei einem normalen Überfall legten die Mitarbeiter der Sparkasse besonders viel Wert darauf, dass unsere Verbrecher uns so lange wie möglich mit ihrer Anwesenheit bereichern.

Ich bewunderte meine Kollegen. Sie behielten selbst bei dem Gedanken an einen Überfall einen klaren Kopf.  Einige unserer Mitarbeiter fieberten die ganze Woche schon dem Tumult entgegen und konnten es kaum bis zum besagten Freitag abwarten, als würde es nichts Schöneres geben.

Dann am Freitag, dem 08. Februar 2013, um 11 Uhr, war es soweit. Nach zahlreichen Vorbereitungen stand uns der Überfall unmittelbar bevor…. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, hatten wir großzügig auf die Einschaltung der Polizei verzichtet. Unsere Räuber, die Karnevalisten vom AKC, kündigten sich mit einem ohrenbetäubenden Salutschuss vor der Geschäftsstelle an und rückten in das Gebäude ein. Zur Verstärkung hatten sie das Erfurter Prinzenpaar mitsamt dem Petersberger Regiment im Gepäck.

Unsere armen Kunden, welche zu diesem unglücklichen Zeitpunkt das Pech hatten, in unserer Geschäftsstelle zu sein, konnten dem ganzen Spektakel nicht entkommen.
Plötzlich wurden durch die wachsamen Augen unserer Mitarbeiter Kinder aus einem Erfurter Kindergarten entdeckt, die sich im Kundenbereich versteckt hatten. Ich vermutete, dass es sich hierbei um die Geiseln unserer Täter handelte.

Um Ruhe zu bewahren, wurden die Kleinen schnell mit Pfannkuchen vollgestopft und mit Luftballons abgelenkt. Schließlich wollten wir die Räuber, deren Nerven eh schon angekratzt waren, nicht weiter reizen und verärgern. Doch dann geschah etwas Unerwartetes.

Um 11:11 Uhr war unser Vorstandsvorsitzender, Herr Bauhaus, mutig genug und überreichte den Bankräubern einen Scheck mit 1.111,11 € Lösegeld. Sekunden der Anspannung vergingen, bis sich auf den Gesichtern der Verbrecher überraschenderweise ein Lächeln ausbreitete. Herr Bauhaus verdiente sich für seinen aufopferungsvollen Einsatz zum Wohle der Sparkasse einen Orden. Er hatte durch sein vorbildliches Handeln die Gefahr von den Mitarbeiten und allen Anwesenden in letzter Minute abwenden können.

Durch diesen selbstlosen Einsatz wurde Frieden mit den Narren und Jecken geschlossen. Dieses Bündnis wurde mit heftigem Applaus von Seiten unserer Mitarbeiter und den Eindringlingen, die nun unsere Gäste wurden, begrüßt. Natürlich freuten sich auch unsere Kunden und die Geiseln vom Kindergarten, die nun ihrer Freiheit wieder ein Stückchen näher waren.

Nach dieser schicksalhaften Wendung gab der Karnevalsverein den Auftakt für ein fesselndes Programm. Mit Mariechentanz, einer Band, die für Stimmung sorgte, und Tanzeinlagen von unseren Mitarbeitern war gute Unterhaltung garantiert. Anschließend trafen sich unsere neuen Verbündeten mit unseren Mitarbeitern zum Empfang im 1. Obergeschoss. Mit einem leckeren Getränk und köstlichen Speisen wurde der Frieden zwischen den Faschingsräubern und der Sparkasse besiegelt und ein ereignisreicher Tag zum Ausklang gebracht…

geschrieben von Sina Bottner, 2. Ausbildungsjahr

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Susanne Haack

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