“Donners”tag am Freitag

Liebe Fußballfreunde,

da hat sich der ukrainische Wettergott wohl gestern gedacht: “Läute ich diesen spannenden Spieltag mal gebührend ein!” Und das hat auch gut geklappt. Bela Réthy musste zumindest kurz einmal unter Beweis stellen, wie man eine Livesendung schmeißt, und die Spieler hatten noch etwas Zeit zur Regen-eration. Dieses und ähnliche Wortspiele konnte man sich während der einstündigen Unterbrechung als Zeitvertreib im Internet zu Gemüte führen. Als das Unwetter dann zu Ende und der Platz genug entwässert war konnte das Spiel auch schon losgehen.

Auf dem Rasen lieferte der Gastgeber aber leider kein Feuerwerk ab. Die Blochin-Elf war war gegen die überlegenen Franzosen sehr defensiv eingestellt, kam nur zu wenigen Chancen und konnte sich bei Keeper Pyatow bedanken, dass es zum Pausentee noch 0:0 stand. In den hatte Welt- und Europameister Blanc seinen Schützlingen wohl einen zusätzlichen Schuss Spritzigkeit und Kreativität gemischt. Denn kurz nach der Pause war dann der Bann gebrochen und die Franzosen schockten den Gastgeber mit einem Doppelschlag. Von dem erholte sich die Ukraine auch nicht mehr und die Equipe Tricolore konnte das Spiel heimschaukeln. Jetzt reicht Frankreich am letzten Spieltag ein Pünktchen gegen die ausgeschiedenen Schweden, der Gastgeber hingegen muss gegen die wiedererstarkten Engländer gewinnen, sonst gehts nach Hause. Aber zumindest wäre dann der Weg nicht weit.

Die Briten wiederum haben nach ihrem gestrigen Sieg eine gute Ausgangsposition fürs Viertelfinale. Die Partie wurde von Anfang an mit viel Elan auf Augenhöhe geführt, allerdings ohne die zündende Idee vor dem Tor. Und wenn vorne gar nichts geht, probiert man es eben mal mit Flanken aus dem Halbfeld, die meist nicht allzu viel bringen – aber irgendwann klappt es halt doch mal, wie bei Gerrards Flugball auf Carrols Kopf. Anders als die Ukrainer im ersten Spiel steckten die Schweden aber keineswegs auf – im Gegenteil. Nach der Pause drehten sie das Spiel, wobei sie beim Ausgleich von Englands Johnson unterstützt wurden. Der zeigte bei seiner Rettungsaktion eindrucksvoll, dass die Engländer wenigstens Snooker spielen können, und veredelte den schwedischen Torschuss “über zwei Banden” mit Pfosten und Torwart. Den Führungstreffer erzielten die Skandinavier dann aber doch selbst. Die englische Offensivabteilung wollte es dann jedoch scheinbar nicht auf sich sitzen lassen, dass ihr Abwehrrecke das schönste Tor des Tages schießt. Also glich der eingewechselte Walcott mit einem sehenswerten Distanzschuss für England aus – obwohl  Isaksson im schwedischen Tor dabei nicht allzu gut aussah. Deshalb legte Wellbeck anschließend noch einmal nach und knipste eine Hereingabe mit der Hacke zum Endstand ins Netz. Solch ein Kunststück hätte man von einem Engländer eigentlich gar nicht erwartet.

Und so sieht es vor dem letzten Spieltag ganz gut aus für die Gruppenfavoriten, beiden würde ein Unentschieden reichen.

Heute kann aber zunächst Co-Gastgeber Polen sein Viertelfinalticket lösen. Wir sind gespannt!

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Benjamin Beck

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