Bio, energiesparend, fair gehandelt: Welche Siegel wichtig sind

Egal, ob man Lebensmittel, Kinderspielzeug oder Elektrogeräte kauft: Sehr wahrscheinlich gibt es zum Produkt ein Siegel. Das Problem dabei: Im Prinzip kann jeder ein Gütezeichen oder Siegel auf den Markt bringen. Dementsprechend sind längst nicht alle so sinnvoll, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Ein “Fairtrade” Siegel ist am 21.01.2014 in einem Lebensmittelladen in Stuttgart (Baden-Württemberg an einer Tüte mit Kaffee zu sehen. Egal ob Kaffee, Schokolade oder Reis: Nicht nur Supermärkte haben mittlerweile fair gehandelte Produkte im Regal – auch deutsche Städte schmücken sich mit dem Beinamen Fairtrade. Bundesweit gibt es nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland inzwischen 30 000 Geschäfte mit Fairtrade-Produkten. Hinzu kommen rund 900 Weltläden und 15 000 Gastro-Betriebe. Foto: Bernd Weißbrod/dpa (zu lsw Korr: “Fairer Kaffee für alle – Boom deutscher Fairtrade-Städte” vom 03.02.2014) ++

Wer Lebensmittel einkauft, wird mit einer wahren Flut von Gütezeichen und Siegeln überschüttet: „Bio“, „regional“ oder „mehr Tierwohl“ findet man dort beispielsweise. Dabei darf nicht übersehen werden, dass einige davon von den Händlern selbst gemacht werden. So hört man immer wieder, dass beispielsweise Milch mit Regionalsiegel zwar möglicherweise in der Nähe abgefüllt wird, aber unter Umständen aus einem anderen Land kommt.

Neben solchen irreführenden Bio-Siegeln gibt es auch offizielle. Dazu gehören:

  • das deutsche Bio-Siegel – ein Sechseck mit grünem Rahmen und dem Schriftzug „Bio nach EG-Öko-Verordnung“ vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Es wird für Produkte aus kontrolliertem biologischem Anbau vergeben.
  • das EU-Bio-Siegel – weiße Sterne, die die Form eines Blattes bilden, auf grünem Untergrund.
  • das Bio-Siegel von „Demeter“ – es hat die strengsten Kriterien, was ökologischen Anbau anbelangt.
  • das „Bioland“-Siegel. Auch die Erzeuger, die bei Bioland Mitglied sind, halten strengere Richtlinien ein, als es die EU-Öko-Verordnung vorsieht.

Zusätzlich sind „Fairtrade“ und „Naturland“ speziell bei Lebensmitteln weitere anerkannte und wichtige Siegel. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat dazu eine gute Übersicht ins Netz gestellt. Zu den bundes- und EU-weiten Siegeln kommen regionale hinzu. Einige werden in einem Gutachten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufgelistet, und zwar jeweils mit den für sie geltenden Kriterien.

Was das neue Energielabel aussagt

Eine besondere Rolle spielt neben den Gütesiegeln für Lebensmittel das Energielabel. Seit März 2021 gibt es ein neues Energielabel unter anderem für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen und -trockner sowie Fernseher und Monitore. Sie werden jetzt nur noch in die Effizienzklassen A bis G eingeordnet, nicht mehr in A+++ bis D.

Weiterhin gilt: Je weiter vorn im Alphabet der Buchstabe steht, desto größer ist die Energieeffizienz. Bis 2030 sollen alle Produktgruppen in der EU das neue Label bekommen. Denn wenn beim Kauf eines neuen Gerätes schnell klar ist, wie hoch die damit verbundenen Stromkosten sein werden, entscheiden sich möglicherweise mehr Kunden für ein Gerät, das einen geringeren Stromverbrauch hat. Der häufig damit verbundene höhere Anschaffungspreis kommt dann dem Klima zugute.

Für Elektrogeräte gibt es weitere Siegel, zu diesen gehört unter anderem der „Blaue Engel“. Er berücksichtigt zusätzlich den Stromverbrauch bei der Herstellung und Entsorgung der Geräte. Oder das TCO-Siegel aus Schweden: Geprüft wird dabei die Benutzer- und Umweltfreundlichkeit eines Produkts wie auch die seines Herstellungsprozesses. Noch mehr Durchblick in Sachen Gütezeichen und Siegel bekommt man bei der Verbraucherzentrale. Dort gibt es etwa Informationen zu Siegeln im Zusammenhang mit Spielwaren, Kosmetik oder fairer Kleidung.

Tipp: Sie brauchen eine neue Waschmaschine oder möchten einen neuen Fernseher kaufen? Sprechen Sie Ihren Sparkassenberater auf einen Konsumentenkredit an.

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Christian Wiegand

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