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Aktive Notenbanken

Ein Marktkommentar von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank

Die Notenbanken sind weltweit bereits sehr viele Stufen auf der Zinstreppe nach oben geklettert. Trotz der erreichten Höhe sind sie mit ihrem Gang noch nicht am Ende angekommen. Sie bleiben aktiv und wachsam bezüglich der Inflationsprozesse. In der abgelaufenen Woche tagten die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB). Beide trafen die erwarteten Zinsentscheidungen: Unverändert in den USA und ein Plus von 0,25 Prozentpunkten im Euroraum.

Doch der Ton macht die Musik! Fed-Chef Powell offenbarte, dass er im Zweifel schon im Juli den Treppengang nach oben weitergeht. In Europa wiederum stellt sich laut EZB-Präsidentin Lagarde die Frage nach einer Pause beim Zinsanstieg erst gar nicht. Ein erneuter Zinsanstieg um 0,25 Prozentpunkte bereits Ende Juli kann als sehr wahrscheinlich angesehen werden. Die Ernsthaftigkeit und Aktivität der EZB gegen die Inflation ist damit klar. Die Renditen von Bundesanleihen legten zu. Die Aktienmärkte verzeichneten Kursgewinne.

In dieser Woche schließt sich der Reigen der Notenbanksitzungen. Sowohl bei der Bank of England als auch in Norwegen und in der Schweiz ist mit Leitzinserhöhungen um 0,25 Prozentpunkte zu rechnen. Es steigt auch in diesen drei Ländern noch kein weißer Rauch von final beruhigter Inflation auf. Immerhin dürfte es bei der Schweizerischen Nationalbank der wohl letzte Zinsschritt sein.

Von konjunktureller Seite gibt es zunächst wenig neue Daten, die Impulse für die Aktienmärkte geben könnten. Somit werden an den Märkten weiter die jüngsten Aktivitäten der Zentralbanken verarbeitet. Bleibt es bei der Einschätzung, dass der Zinsgipfel nahe ist und im kommenden Jahr Leitzinssenkungen einsetzen werden? Dann ist von konstruktiven Perspektiven für die Aktien- und Rentenmärkte auszugehen. Die abschließende Antwort auf die Frage wird wohl erst in der zweiten Jahreshälfte gegeben werden. So weit werden uns schwankende Kapitalmärkte begleiten.

Benjamin Beck

Benjamin Beck

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